Sehr inspirierend empfinde ich die neuen Werke des kanadischen Photographen Todd McLellan. Todd nähert sich klassischen, technischen Objekten auf eine besondere Art. Er zerlegt eine Schreibmaschine, eine Pentax Kamera oder eine alte Uhr und arrangiert die Einzelteile dann teilweise akribisch, oder aber sehr dynamisch wie bei der oben zu sehenden Uhr.
Die Geräte offenbaren ihr Wesen, ihre Funktionalität. In Zeiten hochintegrierter Digitalgeräte ist es durchaus faszinierend, die Komplexität mechanischer Geräte zu betrachten, wie bei der analogen Pentax Camera.
Meine beiden persönlichen Favoriten sind die “auseinander fliegende” Uhr ob ihrer Dynamik und die Schreibmaschine ob ihrer Ästhetik. Ich denke, wir werden sicher noch Interessantes von Todd zu sehen bekommen.
Alle abgebildeten Photos sind copyright: Todd McLellan
Die Kamera IMAGO 1:1 ist mit einer Größe von 7x4x3 Metern die größte begehbare Großformatkamera der Welt. 1970 erfunden von dem Physiker Werner Kraus und dem Künstler Erhard Hößle existiert die IMAGO 1:1 nur einmal auf diesem Planeten. Mit ihrer besonderen Art der Lichtmalerei schafft sie unnachahmliche, lebensgroße Portraits auf einem einzigartigen Schwarzweiß-Fotopapier.
Ich hatte das Vergnügen, im Oktober 2010 zum Festival of Lights auch Susanna Kraus und Ihrer Imago einen Besuch abzustatten. Was ich antraf war eine besondere Dimension von Photographie und eine faszinierende Künstlerin.
Man muss die Dimensionen live erleben, um ein Gefühl für diese so spezielle Art der Lichtmalerei zu erhalten. Steht zuerst diese gewaltige und doch sehr ästhetische Camera im Blickpunkt, so schweift das Auge schnell zu den zahlreichen faszinierenden Photos an den Wänden. Diese lebensgrossen Unikate werden denn auch Imagogramme genannt, es ist eben mehr als nur ein überdimensionales Photo, was da wirkt.
Im Mai 2011 zieht die Kamera in den Kunstraum IMAGO 1:1 an den Moritzplatz im schönen Berlin-Kreuzberg. Beim nächsten Berlin Besuch sollte man der Imago einen Besuch abstatten, und wer weiss, vielleicht kommt man mit dem “erstaunlichsten Urlaubsphoto” aller Zeiten nach Haus zurück. Mein nächster Besuch steht bereits fest.
Alle abgebildeten Photos sind copyright: Annegret Kohlmayer
IMAGO 1:1 – die größte begehbare Kamera der Welt Prinzenstraße 85 / Eingang D 10969 Berlin-Kreuzberg Telefon: +49(0)30 521 32 617 E-Mail: camera@imago1to1.com Web: http://www.imago1to1.com
Lumi Cuceu ist eine ganz erstaunliche Photographin, deren Photos mich sofort inspirierten. Eine ganz spezielle Spielart der Lichtmalerei, verträumt und märchenhaft. Lassen wir Lumi selbst zu Wort kommen:
In meinen Arbeiten ist das Licht ein bedeutender Faktor bei der Bildgestaltung – ein Bild braucht Atmosphäre.
Diese Stimmung beeinflusse ich mit der Art der Lichtführung, denn der Lichtcharakter spielt eine wichtige Rolle in meinen Bildern. Dabei versuche ich, die menschlichen Situationen sensibel zu verdichten und authentisch zu bleiben.
Hier ein paar Impressionen eines nächtlichen Streifzugs mit der treuen Contax RTS. Optik war ein Carl Zeiss Distagon 2.8/25 mm.
Die Belichtungsautomatik brachte bei Blende 8 und 200 ASA am Berliner Dom Zeiten zwischen 20 und 25 Sekunden. Das Gerät Baujahr 1975 machte seinen Job, wie man sieht, recht gut.
Anlass dieser kleinen Phototour war das Festival of Lights im Oktober 2010. Zahlreiche Gebäuder der Stadt waren illuminiert.
Auch die zahllosen Touristen mit ihren Blitzwürfel Cameras konnten den Gesamteindruck der Photos nicht schmälern. Wie sie es allerdings schafften, aus der Hand ein Gebäude wie den Berliner Dom mit ihren Knipskisten zu erfassen, wird wohl auf immer ein Rätsel bleiben. Stative sind wohl aus der Mode gekommen.
Begeisterung aller Orten beim Blick auf das 2 Zoll Display der Digiknipse, die Ernüchterung kam vermutlich später. Das Festival ist nicht nur photographisch absolut zu empfehlen.
Die Contax N Digital wurde ab 2002 verkauft und war die erste digitale Spiegelreflexkamera mit einem Vollformatsensor. Die Auflösung liegt bei 6,04 Megapixel.
Man kann mit der Contax N Digital innerhalb des Contax Systems noch mehr machen. Oben ist eine Contax mit dem NAM-1 Adapter abgebildet.
Dieser ermöglicht es, Objektive der Contax 645, also einer Mittelformatkamera, an die N Digital und die anderen N-Systeme zu adaptieren.
In diesem Falle haben wir ein schönes Carl Zeiss Distagon 2.8/45 mm an die Kleinbild Contax gehängt. Das Ganze ist dann eine recht massive Kombination.
Dagegen wirkt das Carl Zeiss Vario-Sonnar 28-80 mm für Contax N regelrecht filigran, die Camera muss auch vorn nicht gestützt werden.
Lebensfreude pur wie beim Musik Festival in Grasse ist nur ein Teil der Seealpen, auch die Ferne und die Sehnsucht sind hier zu finden, wie beim “nomade” in Antibes.
Unter Strom stehen die Menschen in St. Tropez, und wem die Spannung nicht reicht, der kann an diesen lustigen kleinen Geräten “auftanken”. So manch liegen gebliebener Bentley soll hier die nötigen Volt Starthilfe erhalten haben.
Wem der Trubel zu heftig ist, den locken die kleinen Bergdörfer wie Mons oder Fayence. Die schicken kleinen Geschäfte müssen sich hinter denen von Cannes oder St. Tropez wahrlich nicht verstecken.
Und immer wieder dieses Blau des Himmels. Tief und klar, oder einfach azur.
Es ist Zeit Abschied zu nehmen. Ein letzter Gruss von Chagall am Abendhimmel, dann geht es zurück nach Germanien. Ein Teil der Seele schliesst sich Picasso, Chagall und Matisse an und bleibt für immer in den alpes-maritimes.
Bei diesem Photo stockt einem der Atem. Es ist die Frontlinse eines Leitz Summicron-M 50 mm in einem unterirdischen Zustand, normalerweise Totalschaden. Aber was ist schon normal in dieser schnellen Welt? Wie kann so etwas passieren? Nun, der technisch völlig unbegante Besitzer dieser Optik wollte nur mal schnell etwas Fungus entfernen.
Ein “guter” Tipp aus dem Internet war schnell gefunden, Essig. Soll den Fungus sicher entfernen. Das Ergebnis ist hier zu sehen, die Essigsäure fand Gefallen an der Vergütung, das Ergebnis dürfte wohl so etwas wie Magnesiumacetat sein. Nun ist dieses bedauerliche Bastelopfer hier, mal sehen was man machen kann.
Leicht anpoliert ähnelt es schon ein wenig einer optischen Linse, geht noch mehr? Im Moment kann man beim Durchblick nichts erkennen, auch die Reflektion auf der Oberfläche zeigt nur optische Matsche.
Hoppla, eine erste Reflektion auf der ansatzweise Details zu erkennen sind. Vielleicht ist die Linse wirklich zu retten. Es sind immer noch reichlich Coating Reste auf dem Glas.
In der Tat, die Details werden deutlicher. Der Glasklumpen fängt an, sich wie eine optische Linse zu benehmen. Ob und wie es weiter geht, demnächst hier.
Wir restaurieren in erster Linie Zeiss Kameras, insbesondere die Contarex Typen, Contaflex TLR, alle Contax Messsucher, Super Ikonta, die Ikoflex, Super Nettel, Tenax II und andere hochwertige Zeiss Geräte. Bei der Rolleiflex überholen wir hauptsächlich die 3.5/2.8 F.
Wir können Linsen polieren und neu vergüten lassen.
Schraubleicas können ebenfalls repariert werden sowie einige Linhof Modfelle. Bei Interesse einfach nachfragen per mail an service@classic-camera.de oder telefonisch 02305 – 922928.
Service für die Contarex
Die Königliche, so sah es wohl Zeiss bei der Namensgebung der Contarex, einer Wortkonstruktion mit Anleihe bei der Contax, die ja selbst ab 1932 Massstäbe setzte und ein synonym war sowohl für Luxus als auch für technische Perfektion und Entwicklung.
Mit dem Rex im Namen stellte die Contarex den Anspruch, dieses noch zu überbieten. Heraus kam eine der teuersten, schwersten und komplexesten SLR Cameras aller Zeiten.
Die abgebildeten Photos stammen aus einer Contarex I (Bullseye) und geben einen dezenten Hinweis darauf, was den Restaurator erwartet, der sich in die Tiefen dieser hochkomplexen Camera wagt.
Nicht umsonst wird die Contarex liebevoll “repairmans hell” genannt, und das sollte man wörtlich nehmen. Nichts für leichtsinnige Zeitgenossen. Ist die Restauration der Contax Verschlüsse schon eine Kunstfertigkeit (vor allem bei der Contax I), so kann man sagen die Contax ist im Vergleich zur Contarex das Gesellenstück, wenngleich ebenfalls ein Komplexes.
Aus den genannten Gründen ist jede Contarex eine Einzelfallentscheidung. Ob an einer Camera die Probleme behoben werden können, wird somit im einzelnen Fall geprüft oder eventuell im Vorhinein bereits abgelehnt. Die Ersatzteilversorgung ist ein echtes Problem, ein gewisser Stock an Ersatzteilen ist allerdings vorhanden.
Es können alle Contarex Varianten sowie die Hologon Camera restauriert werden, zudem die meisten Contarex Optiken. Nach vollendeter Restauration kann mit der Contarex gearbeitet werden wie mit der unten abgebildeten Contarex Super mit Carl Zeiss Vario-Sonnar 80-250 mm.
Und nach sorgfältiger Restauration laufen die Objektive wieder butterweich.
Ästhetisch und nützlich, der Zeiss Ikon Sucher 440 aus Stuttgart. Man konnte ihn beim Kauf konfektionieren lassen, je nachdem welche Brennweiten benötigt wurden.
Dieses Exemplar besitzt unter anderem die schöne und seltene Brennweite 21 mm für das Biogon.
Altersbedingte Probleme mit den Umlenkprismen sind häufiger anzutreffen, auch in diesem Fall ergibt sich dadurch eine Irritation im Sucherdurchblick.
Das lässt sich in der Regel beheben um wieder klaren Durchblick zu bekommen. In diesem Fall müssen die Prismen neu verkittet werden.
Man sollte seine Grenzen kennen. Sagte schon mein Vater. Und das ist natürlich richtig. Ereignet sich ein Zwischenfall in einem Atomkraftwerk, dann laufe ich auch nicht gleich mit der Werkzeugtasche los, um die Kleinigkeit wieder in Ordnung zu bringen. Leider sind manche Zeitgenossen da anders gestrickt. Ich kann mich dieses Eindrucks nicht erwehren bei manchen Objektiven, die auf dem Operationstisch landen und schon Einiges an Bastelei hinter sich haben. Vielleicht hilft das ja.
Ein paar Impressionen eines in Restauration befindlichen Carl Zeiss Distagon 4/35 für Contarex. Man beachte die süssen kleinen Kugeln, davon gibt es reichlich, wie man hier sieht.
Wen das noch nicht wirklich abhält, gemeint sind die 100 Prozent Lernresistenten, vielleicht kann folgendes Bild die unerwünschten Aktivitäten stoppen.
Noch nicht genug? Blendenlamellen macht man mit links? Nun, vielleicht etwas das der Sensorik der Haut unangenehm sein könnte, wir können hier getrost von Schmodder sprechen.
Wer jetzt noch nicht das Weite gesucht hat, dem ist vermutlich nicht mehr zu helfen. Womit wir es bei dem Distagon ja mit einer vergleichsweise simplen Geschichte zu tun haben, verglichen mit den komplexeren Optiken der Contarex Familie, wie dem Vario-Sonnar weiter unten.
Noch ein kleiner Tipp: Wer das Basteln partout nicht lassen kann, mit einem Dutzend billiger Beroflex Linsen wird das Hobby auf Dauer nicht so kostspielig.